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1941 in Amsterdam: Hannah und ihr Großvater Alfred Klee
Schulzeit, Ideale, Jugend- und Visionen
Mein Großvater Alfred Klee wurde am 25. Januar 1875 in Berlin geboren. Der Umstand, dass er das einzige Kind blieb, mag das Verhältnis zwischen Eltern und dem Kind besonders innig gestaltet haben. Von einer Verzärtelung war jedoch nicht die Rede.Der ernste strenge Vater Moritz Klee handelte mit der Einstellung, wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es. Vorgebildet auf dem Realgymnasium in Halberstadt hatte er sich durch unermüdlichen Fleiß aus kleinen Verhältnissen zum erfolgreichen Fabrikbesitzer hoch gearbeitet und dabei die Schule des Lebens früh kennen gelernt. Sein hervorstechendster Charakterzug war neben treuester Pflichterfüllung seine große Wahrheitsliebe und ein unbeugsames Rechtsgefühl. Das brachte er auch seinen Mitarbeitern gegenüber zum Ausdruck, was ihn beliebt machte.Nichts konnte ihn mehr betrüben als eine Lüge, und so blieb dem Jungen der vorwurfsvolle Blick seines Vaters nach einer ertappten Unwahrheit unvergessen: Es war am 24. Januar 1884, als der kleiner Sextaner Alfred Klee eine Stunde Arrest wegen irgend einer Ungezogenheit bekommen sollte. Aus Angst vor Schelte bat er seinen Ordinarius, ihm doch die Strafe zu erlassen, da gerade heute sein Geburtstag sei. Der gutmütige Lehrer ging auch darauf ein, aber die Lüge hatte natürlich kurze Beine und der Schüler die Gelegenheit, nähere Bekanntschaft eines Instruments zu machen, dessen eigentlicher Zweck die Reinigung von Teppichen und Garderobestücken vorbehalten war.Ernst und Strenge ließen den Vater Klee aber nie hart werden. So wie er seinen Arbeitern ein zuverlässiger Berater war, stand er auch immer für seine Familie ein. Die Mutter Eugenie Klee galt als der Sonnenschein des Hauses. Mein Großvater betrachtete seine Mutter im wahrsten Sinne als eine Mitarbeiterin des Vaters. Strahlte sie von ihrem Wesen so viel Liebreiz, so viel reine Herzensgüte aus, dass sie das Haus in einen Tempel umzuwandeln verstand, in dem sie als Priesterin ihres Amtes waltete.–Mit einer wahren Anbetung hing ich an meiner Mutter. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Erinnerung an diese hehre Frauengestalt mit ihrem liebevollen und tief religiösen Wesen ein Talisman sein wird, der mir in der Stunde der Versuchung zur Seite steht.Die besondere Fürsorge der Mutter Eugenie richtete sich außerdem auf das Elend in greifbarer Nähe. Sie scheute sich nicht, die Armenviertel zu betreten, in denen das Proletariat ein menschenunwürdiges Dasein fristete. Doch niemals sprach sie von dem was sie tat. Das Sprichwort liebe deinen Nächsten wie dich selbst ist der Mutter zur zweiten Natur geworden.Als Alfred Klee 11 Jahre alt war, starb sein Vater Moritz an einem langen Lungenleiden in Falkenstein/Taunus. Er hatte lange vergeblich im milden Klima Italiens auf Heilung gehofft. Am 23. August 1887, kaum ein Jahr später, folgte ihm seine Ehefrau Eugenie. Zum Trauma wurde es für den zwölfjährigen Alfred, nachts an der Hand des Großvaters an das Bett seiner sterbenden Mutter treten zu müssen. Die Großeltern nahmen sich nach ihrem Tod des Jungen an und kümmerten sich fortan liebevoll um ihn. Noch später erinnerte sich Alfred Klee dankbar an seine Großeltern: Was sie in meiner Jugend an mir getan, waren sie in jeder Hinsicht aufs Beste bemüht, mir die Eltern zu ersetzen, und wenn Eltern überhaupt zu ersetzen sind, so ist es ihnen wahrlich gelungen. Leider verlor Alfred Klee auch seinen Großvater früh, er starb in Wiesbaden an den Folgen eines Schlaganfalls. Die Großmutter zog nach dem Tod ihres Mannes zu der ihr noch verbliebenen Tochter nach Frankfurt/Oder. Obgleich es Alfred frei gestellt wurde, in Berlin die Schule weiter zu besuchen, zog er es vor, im Frühjahr 1892 nach Frankfurt/Oder zur geliebten Großmutter zu ziehen.Da mein Großvater Alfred Klee schon als Kind fast nur mit Erwachsenen zu tun und außerdem zeitig die Eltern verloren hatte, wurde er früh selbstständig. Das tat aber keineswegs dem Kindlichen Abbruch: Alfred war ein wilder Junge der gern spielte, wozu die weiten Räume der väterlichen Fabrik und der Hof einluden. Daneben zeigte sich bald sein Hang zur ernsten Lektüre. Nach überstandener „Lederstrumpf- und Robinson-Crusoe-Phase“ gab es für den neun- bis zehnjährigen fantasievollen Jungen kein größeres Vergnügen, als sich mit preußischer und deutscher Geschichte sowie griechischer Mythologie zu beschäftigen. Für die Griechen empfand er allerdings eine größere Vorliebe als für die Lateiner. Das Zeitalter des Perikles erschien ihm von einem so gewaltigen Einfluss auf die Weltkultur, und seiner Meinung nach war keine Epoche der römischen Geschichte damit vergleichbar. Mein Großvater befand: Ich vermisste bei den römischen Schriftstellern das Originelle, mit Ausnahme allerdings des Tacitus’, den ich gern las und wegen seines lapidaren Stils bewunderte. Vergil erschien mir matt im Vergleich zu Homer. Für Ovid fehlte mir das rechte Verständnis, das erforderlich ist, um ihn gebührend zu schätzen. Die Schulzeit meines Großvaters vollzog sich von Herbst 1881 bis Ostern 1886 in unterschiedlichen Berliner Gymnasien. Bis zur Übersiedlung nach Frankfurt/Oder besuchte er das Luisengymnasium in Berlin-Moabit. Den Neigungen seiner Kinderjahre (Geschichte und deutsche Literatur) blieb er treu. Noch später erinnerte er sich dankbar an seinen Deutschlehrer, der ihm die alt- und mitteldeutsche Literatur nahe gebracht hatte. Aber er liebte auch die Klassiker. Über Goethe und Schiller mochte mein Großvater nicht ohne Weiteres diskutieren. Er meinte, dass ohne Begeisterung für Goethe und Schiller die geistige Reife eines Schülers unerreicht bleibt, wenn das Gymnasium seinen Auftrag nicht entsprechend erfüllt.Bedeutung und Wert des klassischen Unterrichts hatte mein Großvater in jeder Beziehung verinnerlicht: Gerade dadurch, dass uns neben den verwickelten modernen Verhältnissen auch die einfachen alten vorgeführt und wir den Entwicklungsgang der Menschheit von den Tagen Homers und der Bibel bis auf unsere Zeit mit durchmachen, lernen wir moderne Zustände begreifen, wie sie sich herausgebildet haben. Wir lernen einsehen, dass nirgends Großes geschaffen, dass alles Bedeutende seine Zeit braucht, um bedeutend zu werden und nur das historisch Begründete sein Recht hat. Auch das Hebräische, das ich betrieb und weiter betreiben werde, interessierte mich sehr, obwohl es allerdings auch hier mehr der Inhalt des Gelesenen war als die rein formale Seite, mit der ich mich eingehend beschäftigte. War doch das Hebräische für mich nicht nur die Sprache der Bibel, in der der Herr von Sinai redet. Es ist zum Teil noch heute die Sprache des Bekennerstammes, dessen Mitglied zu sein stets der Stolz meiner Familie war.– Nie unterschätzte mein Großvater den Wert des Französischen als moderne Weltsprache. Er bedauerte es, von den eigentlich klassischen französischen Werken lediglich einige übersetzte Dramen kennen gelernt zu haben.Alfred Klee schrieb gern Aufsätze und arbeitete seine eigenen Gedankengänge aus. Oft bat er nach größeren Reisen seine Freunde, an sie gerichtete Briefe zurückzugeben. Er fand es wichtig, auch hierin Fortschritte in seiner geistigen Entwicklung konstatieren zu können. Den Unterricht des Gymnasiums ergänzte er eigenständig durch historische oder philosophische Lektüre. –Philosophische Betrachtungen mit einem stark ausgeprägten religiösen Bewusstsein wiesen ihm schließlich den Weg zur Theologie. Einen großen Einfluss darauf nahm der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin Dr. Rosenzweig. Alfred Klee besuchte seine Predigten so oft es ihm möglich war. Den Religionsunterricht absolvierte er privat, obgleich dieser nicht ausschließlich orthodox, so aber sicher doch ziemlich konservativ vermittelt wurde. Noch später hielt mein Großvater an seinen Anschauungen auf das historisch-positive Judentum fest, obgleich er im Laufe der Zeit einen etwas liberaleren Standpunkt einnahm. Dennoch ist er seinem Lieblingswunsch Rabbiner zu werden nicht nachgekommen. Er strebte eine unabhängige Position an, um seine Ideale verwirklichen zu können. So entschloss sich Alfred Klee, Medizin zu studieren. Er wollte dabei einerseits dem Wunsch seiner früh verstorbenen Eltern nachkommen, andererseits seinen eigenen Neigungen. In der Praxis des Arztes sah er theoretisches Studium und praktisches Wirken miteinander vereinbar.Ob mein Großvater Alfred Klee wirklich ein Medizinstudium aufgenommen hat, ist mir allerdings nicht bekannt.Werdegang und Wirken, FamilieMein Großvater Alfred Klee arbeitete nach dem Studium der Rechtswissenschaften als erfolgreicher Rechtsanwalt und bekannter Strafverteidiger in Berlin und Bonn. Er schloss sich schon in Jugendjahren der zionistischen Bewegung an. Er wurde später als Zionistenführer in der zionistischen Bewegung in Deutschland aktiv und ab 1899 Mitglied des Großen Aktionskomitees.1899 heiratete Alfred Klee Therese Stargard (geb. 1877 in Schwerin/Mecklenburg). Der Ehe entstammten die Kinder Eugenie Esther (1) (geboren am 17. Mai 1900 in Berlin), meine Mutter Ruth Judith (geboren am 23. Oktober 1901 in Bonn) und Hans (geboren am 3. November 1906 in Berlin).Mein Großvater engagierte sich in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (Mitglied der Repräsentantenversammlung seit 1920) und setzte sich für die Ostjuden ein.Ab 1914 wirkte er als Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und gehörte seit 1933 zur Reichsvertretung der Deutschen Juden. 1931 band man ihn in den Prozess um die Verleumdungsschrift des Grafen Reventlow über Die Weisen von Zion ein. Der überzeugte Zionist Alfred Klee galt als charismatischer Rhetoriker, außerdem zählte er zum engeren Freundeskreis Herzls, Nordaus und Wolffsohns.ShoaNach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 beschloss mein Großvater Alfred Klee zu emigrieren. Als er sich gerade in Hamburg aufhielt, um einen Vortrag zum Thema Ideen vom Zionismus zu halten, warnte ihn sein Sohn Hans von Berlin aus in einem verschlüsselten Telefonat vor anstehenden Verfolgungen durch die Nazis: Guck mal, du hast deine Enkeltochter Hannah, die hat Geburtstag, und sie würde sich enorm freuen, wenn du ihr persönlich gratulierst.— Die Enkeltochter war ich, und ich habe am 12. November Geburtstag. Aber ich lebte in den Niederlanden! —— Ich bin am 12. November 1928 in Berlin geboren. Meine Eltern Ruth Judith und Hans Goslar flohen schon 1933 mit mir vor den Nazis in die Niederlande nach Amsterdam.Hier lernte ich sofort zwei weitere Emigranten-Mädchen meines Alters kennen: Anne Frank, sie war kurz vorher mit ihren Eltern und Schwester Margot aus Frankfurt am Main eingetroffen, ferner Susanne Ledermann, die mit ihren Eltern und Schwester Barbara wie ich aus Berlin kam. Wir wohnten dicht beieinander, gingen zusammen zur Schule und wurden schnell unzertrennlich.Großvater Klee begriff also die gefährliche Lage und reiste unverzüglich zu uns nach Amsterdam. Als Rechtsanwalt konnte er ohnehin in Deutschland nicht mehr arbeiten, denn jüdische Rechtsanwälte standen seit dem 27. September 1938 unter Berufsverbot. Meine Eltern nahmen ihn sofort auf. Bald darauf folgten Großmutter Therese Klee und Onkel Hans. Die Großeltern Klee wohnten später in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, mein Onkel Hans reiste weiter in die Schweiz nach Basel. Wir blieben bis zum Einmarsch der Deutschen Wehrmacht am 10. Mai 1940 unbehelligt.Am 25. Oktober 1940 kam in Amsterdam meine Schwester Rachel (Gabriele) zur Welt. Am 27. Oktober 1942 starb meine Mutter Ruth während der Geburt des dritten Kindes. Es war tot geboren.Die Großeltern, mein Vater, Rachel und ich erlagen in Amsterdam am 20. Juni 1943 einer Großrazzia der Deutschen. Sie deportierten uns zunächst in das Durchgangslager Westerbork, wo mein Großvater im November 1943 an einem Herzanfall starb. Danach sind Großmutter Therese, mein Vater und wir Kinder in das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen (Austauschlager) gekommen. Mein Vater Hans Goslar ist dort am 25. Februar 1945 an den Folgen der KZ-Haft gestorben.Meine Großmutter hätte uns wahrscheinlich durch einen Austausch viel mehr helfen können, denn Jüngere, wie z. B. mein Vater, meine Schwester und ich, standen nicht auf der Liste. Als es für Therese Klee wirklich einmal eine Gelegenheit zum Austausch gab, suchte sie einen SS-Mann auf und sagte zu ihm: Ich kann nicht von hier weggehen, mein Schwiegersohn ist sehr krank. —- So blieb meine Großmutter Therese in Bergen-Belsen und starb am 25. März 1945.Anfang April 1945 schickten die Nazis von Bergen-Belsen drei Deportationszüge mit jeweils 2500 Häftlingen zur Vernichtung nach Theresienstadt. Der letzte dieser drei Züge verließ Bergen-Belsen am 10. April 1945, darunter meine vierjährige Schwester und ich Fünfzehnjährige. Wegen der vorrückenden Front irrte der Todeszug mit uns dreizehn Tage ziellos durch Deutschland. Am 23. April 1945 befreite uns die Rote Armee bei Tröbitz, einem Dorf in der Niederlausitz. Eine Vielzahl von Häftlingen erlebte diesen Augenblick nicht mehr.Meine Schwester Rachel und ich haben als einzige aus unserer Familie überlebt. Textbeitrag von ©Heide Kramer, Hannover, Februar 2010.(1) Esther Eugenie Rawidowicz, geb. Klee. Ihr Sohn Benjamin Ravid ist Hannah Picks Cousin. Er lebt gegenwärtig in Boston, USA. Esther Eugenie Rawidowicz emigrierte 1939 nach London.1) Esther Eugenie Rawidowicz, geb. Klee. Ihr Sohn Benjamin Ravid ist Hannah Picks Cousin. Professor Benjamin Ravid lebt gegenwärtig in Boston, USA. Er lehrt an der Brandeis University in Boston http://www.brandeis.edu/facguide/person.html?emplid=19a9ec662427d348c1def46c8946c3a2bee36118Quellen: ©Auszüge aus dem von Alfred Klee mit der Schreibmaschine verfassten Dokument (undatierte Kopie): “Vita – Alfred Klee“. Zitate (kursiv): Entnommen der „Vita – Alfred Klee“. Mit freundlicher Genehmigung von ©Frau Hannah Pick, Jerusalem/Israel. Fotografien: Mit freundlicher Genehmigung von ©Frau Hannah Pick, Jerusalem/Israel. ©Dokument “Brill’s Series in Jewish Studies…”: Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Benjamin Ravid, Boston, USA.
©Wikipeda: „Alfred Klee“. ©Wikipeda: „Das Luisengymnasium in Berlin“.
Liebe Freunde, mit großer Trauer habe ich heute morgen vom Tod Miep Gies erfahren. Sie starb am 11. Januar 2010 im Alter von 100 Jahren in ihrem Wohnort Hoorn. Meine Begegnungen mit ihr in Berlin und Amsterdam haben mich immer bestärkt, dass jeder Mensch Courage zeigen kann und muss. Sie selbst sagte immer, dass sie keine Heldin war: 'Ich habe getan, was ich tun musste. Punkt aus.' Ich wünsche mir, dass das Gedenken an Miep Gies, weiter viele Menschen zu aktiver Menschlichkeit motiviert. Miep Gies war für Anne Frank, ihre Familie und die weiteren Untergetauchten Beschützerin, Ernährerin und oft auch Trösterin. Es ist aus meiner Sicht viel zu unbekannt, dass Miep Gies nicht nur zwischen 1942 und 1944 in dem Amsterdamer Hinterhaus die Eingeschlossenen versorgte, sondern auch nach der Verhaftung im Gestapo-Hauptquartier versuchte, alle zu retten. Mit ihrem Mann arbeitete sie aktiv im Widerstand. Nur durch ihrem - für sie wohl kleinen, selbstverständlichen - Schritt gemeinsam mit Bep Voskujil die Tagebücher von Anne Frank in ihrem Schreibtisch zu verstecken, konnte Otto Frank das Tagebuch veröffentlichen. Das Untertauchen, der Verrat, die Deportation der Untergetauchten in Vernichtungslager und der Tod von sieben der acht Verfolgten hinterließen bei Miep Gies tiefe Wunden. Diese Ereignisse, die Veröffentlichung des Tagebuchs der Anne Frank und die Eröffnung des Hinterhauses als Museum haben ihr weiteres Leben zu einem wesentlichen Teil bestimmt. Wir werden Ihr Andenken in Ehren halten, unsere Gedanken sind bei ihrem Sohn und ihren Enkelkindern. Im Anne Frank Zentrum ist ein Kondolenzbuch ausgelegt. (Anne Frank Zentrum: Die virtuelle Ausstellung. Ein 3D-Rundgang.) Es gibt aber auch online unter www.annefrank.de die Möglichkeit, Beileid auszusprechen. Das Anne Frank Zentrum wird am kommenden Sonntag (17. Januar 2010) um 11 Uhr in einer kleinen Matinee an Miep Gies erinnern. Dabei wird auch der Film über Sie "Meine Zeit mit Anne Frank" gezeigt. Mit bewegter Trauer Thomas Heppener-Direktor- Anne-Frank-Zentrum Berlinhttp://antifa.sfa.over-blog.com/article-briefe-von-miep-gies-43213790.html http://www.miepgies.nl/miepgies.html Die Helferin von Anne Frank und Retterin ihres weltberühmten Tagebuchs ist tot. Die in Österreich geborene Wahl-Holländerin Miep Gies sei am Montagabend in einem niederländischen Pflegeheim einer kurzen Krankheit erlegen, teilte ihr Sohn Paul Gies mit. Im nächsten Monat (15. Februar) wäre sie 101 Jahre alt geworden. Sie war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank, die sich im Zweiten Weltkrieg in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt hatte bis sie verraten und von den Nazis in Konzentrationslager deportiert wurde. Unter ständiger Lebensgefahr hatte Gies die Franks und weitere versteckte Juden versorgt. Gies nahm das Tagebuch an sichDie am 15. Februar 1909 als Hermine Santrouschitz in Wien geborene Helferin bewahrte das Tagebuch, das Anne von 1942 bis 1944 als junges Mädchen im Hinterhaus in der Prinsengracht 263 geschrieben hatte, vor dem Zugriff der Gestapo. Nur Stunden nach der Verhaftung der Franks ging Gies am 4. August 1944 noch einmal in das Versteck und nahm die Aufzeichnungen an sich. Ein einziger Überlebender Anne Frank starb Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus - kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg übergab Miep Gies das Tagebuch an Anne Franks Vater Otto, der als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebte. Er sorgte Jahre später für die Veröffentlichung der Aufzeichnungen seiner Tochter, die seitdem immer wieder Menschen in aller Welt tief bewegen. "Miep schleppt wie ein Packesel"Über die Helferin hatte Anne Frank am 11. Juli 1943 in ihr Tagebuch geschrieben: "Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt. Sehnsüchtig warten wir immer auf den Samstag, weil dann die Bücher kommen, wie kleine Kinder auf ein Geschenk."Helferin vielfach ausgezeichnet Gies wurde vielfach geehrt - unter anderem durch den Staat Israel, mit dem niederländischen Ritterorden von Oranien-Nassau sowie mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Im Oktober vergangenen Jahres benannte die Internationale Astronomische Union einen Asteroiden nach Miep Gies.Glückwünsche aus aller Welt Die 100-Jährige lebte seit einiger Zeit zurückgezogen in ihrem Haus in der niederländischen Provinz Friesland, zuletzt jedoch in einem Pflegeheim. Zu ihrem letzten Geburtstag hatte sie Grüße und Glückwünsche aus allen Teilen der Welt bekommen. Bis ins hohe Alter berichtete sie immer wieder bei öffentlichen Auftritten über ihre Erlebnisse mit Anne Frank und die Verfolgung der Juden in den Niederlanden durch die deutschen Besatzer. 12. Januar 2010©Quelle: dpa In Gedenken an Anne Franks 80. Geburtstag am 12. Juni 2009: Festakt im Deutschen Theater Berlin http://www.hagalil.com/archiv/2009/07/16/festakt
Termine - Hannover Kunst
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http://antifa.sfa.over-blog.com/article-36495863.html http://antifa.sfa.over-blog.com/article-anne-frank-tage-13-11-2009-15-30-38602545.html
In Gedenken an Anne Franks 80. Geburtstag am 12. Juni 2009: Festakt im Deutschen Theater Berlin Zum 80. Geburtstag von Anne Frank hat das Anne-Frank-Zentrum Berlin am 11. Juni 2009 einen Festakt im Deutschen Theater Berlin veranstaltet. Hannah Pick-Goslar (Hanneli) aus Jerusalem/Israel und Buddy Elias aus Basel/Schweiz waren als Ehrengäste anwesend. Da ich vom Anne-Frank-Zentrum zur Teilnahme an dem Berliner Festakt eingeladen wurde, bot dieser Anlass eine gute Gelegenheit für ein (inzwischen traditionelles) Wiedersehen mit Hannah. Sie hatte mir kurz vorher während eines Telefonats aus Jerusalem den Vorschlag für ein gemeinsames Frühstück in ihrem Berliner Quartier „Savoy“ gemacht, um noch vor der Veranstaltung die Zeit für persönliche Gespräche und Austausche zu nutzen. Außerdem konnten wir gleichzeitig auf das zehnjährige unserer freundschaftlichen Verbindung zurückblicken. Ich war selbstverständlich einverstanden. Als ich in aller Frühe im „Savoy“ eintraf, frühstückten Hannah und Benni schon. Ich hatte Hannahs Enkel Benjamin Meir bereits während eines Berliner Besuchs im Sommer 2002 kennen gelernt, und wir begrüßten uns nun freudig. Ich wurde sofort gastfreundlich in die Frühstücksrunde aufgenommen.Eine Vertreterin des Anne-Frank-Zentrums holte uns bald darauf vom Hotel ab, und wir fuhren gemeinsam per Taxi zur Veranstaltung im Deutschen Theater. Im Foyer des Theaters herrschte bereits reger Betrieb, prominente Persönlichkeiten aus der kulturellen und politischen Szene sowie unterschiedlichen Medien waren eingetroffen. Die Ehrengäste Hannah Pick und Buddy Elias wurden sofort ins Visier der Journalisten genommen. Die Gedenkveranstaltung im Deutschen Theater Berlin Das Streichquartett der Beethoven-Schule Berlin-Lankwitz leitete den Festakt im Deutschen Theater mit Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ ein. Thomas Heppener, der Direktor des Anne Frank Zentrums, würdigte in seiner Laudatio vorrangig die anwesenden Ehrengäste Hannah Pick-Goslar und Buddy Elias.Anne Franks Amsterdamer Schulfreundin Hannah Pick überlebte die Shoa. Sie wohnt seit 1947 in Jerusalem/Israel. Buddy Elias ist Präsident des Anne-Frank-Fonds in Basel/Schweiz. Als Cousin ist er der noch letzte lebende direkte Verwandte Anne Franks. Thomas Heppener machte auf die weltweite rege Anteilnahme anlässlich Anne Franks Geburtstag aufmerksam. Es fanden im In- und Ausland Lesungen und Festlichkeiten statt. Bestürzung herrschte über den Anschlag auf das Holocaust-Museum in Washington, folglich entfielen dort Gedenkveranstaltungen.Der Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann (MdB) appellierte in seiner Rede an Zivilcourage und Mut: “Wahre Humanität kann nicht zum Schweigen gebracht werden“.“Von sechs bis viertel nach sieben gab es im Radio ein schönes Mozartkonzert, vor allem die „Kleine Nachtmusik“ hat mir gut gefallen. Ich kann nicht gut zuhören, wenn die anderen dabei sind, weil mich schöne Musik sehr bewegt.“ — Dieser Tagebucheintragung Anne Franks vom 11. April 1944 wurde vom Streichquartett mit einer Mozart-Interpretation gedacht.Der ehemalige niederländische Premierminister und Aufsichtratsvorsitzender des Anne-Frank-Hauses Amsterdam (Wim Kok) betonte nachdrücklich: “Heranwachsen in unserer heutigen Welt ist nicht einfach, ob man in Armut oder Reichtum lebt, in Amerika oder Afrika, in einer Demokratie oder in einem Unterdrückungssystem. Leben in unserer Zeit bietet Chancen, beschert aber auch manchmal Sorgen und Ängste. Anne Frank ist dank ihres Tagebuchs das bekannteste Opfer der Shoa geworden. Durch das Bewahren ihrer Menschlichkeit, ihrer Würde und ihr Hoffen auf eine bessere Zukunft ist sie für viele Jugendliche ein Vorbild geworden. Und: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“Die charismatische Schauspielerin Heike Makatsch interpretierte einige Passagen aus dem „Tagebuch der Anne Frank“. Schüler und ehemalige Schüler der Anne-Frank-Grundschule Berlin-Tiergarten spielten Ausschnitte aus der Szenischen Collage „Liebe Anne… Das sind wir! Wir lernen jedes Jahr etwas mehr über dich.“Äußerst eindrucksvoll stellten die Kinder mit Verve ihre unterschiedlichen Herkünfte vor. Sie skandierten: „Ob Hochhaus oder Nomadenzelt, wir leben alle in Einer Welt. Seid offen füreinander und werdet nicht blind, freut euch, dass alle verschieden sind. Wir sind nicht nur Europäer, sondern Kinder Einer Welt. Und wir sind alle Berliner!“ Die Darbietung der engagierten Jugendlichen wurde schließlich mit spontanen lang anhaltenden Ovationen bedacht. Die Veranstaltung war damit zu Ende. Im Anschluss an den Festakt wurde in der Heinrich-Böll-Stiftung eine Podiumsdiskussion angeboten. Zu Worte kommen sollten Schülerinnen, Schüler und Lehrer, die zuvor am Festakt teilgenommen hatten, wobei sich Hannah Pick, Buddy Elias und Thomas Heppener (als Moderator) den Fragen stellen wollten. Es entstand ein lebhafter lebendiger Austausch, der den wichtigen Weitervermittlungsauftrag an die nachfolgenden Generationen mehr als verdeutlichte. Dank wegen entsprechender Offenheit sei an die anwesenden Zeitzeugen gerichtet, nicht zuletzt jedoch an die ernsthaften kommunikativen Jugendlichen. Textbeitrag: ©Heide Kramer, Hannover, Juli 2009. Sämtliche Fotos: ©Heide Kramer, Hannover, 11. Juni 2009. (Bild-Publikationen mit freundlicher Genehmigung von Frau Hannah Pick-Goslar, Jerusalem/Israel und Herrn Buddy Elias, Basel/Schweiz, Juli 2009.)
Quelle: ©Zitate (Reden von Bernd Neumann und Wim Kok sowie aus der Szenischen Collage „Liebe Anne – Das sind wir“) entnommen aus www.mut-gegen-rechte-gewalt.de Siehe auch: http://www.hagalil.com/archiv/2009/07/16/festakt/ In Gedenken an Anne Franks 80. Geburtstag am 12. Juni 2009: Festakt im Deutschen Theater Berlin Sowie: http://www.geschichtsunterricht-online.de/annefrank/index.php?option=com_content&task=view&id=59&Itemid=128 http://antifa.sfa.over-blog.com/article-33735243.html Videos: Festakt zu Anne Franks 80. Geburtstag im Deutschen Theater Berlin am 11. Juni 2009: ©http://www.spiegel.de/video/video-1006989.html ©http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video512656.html Sonntag, 14. Juni 2009, 11.00 Uhr. "Erinnerungen an Anne Frank". Vortrag von Buddy Elias in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Anne Frank Fonds Basel): ©http://www.youtube.com/watch?v=DllM6iV-bhQ Stand: September 2009 ©heimatstadt sein: Israel & Judentum » Heimatstadt sein: Zum Gedenken an Anne Franks ... Geburtstag von Anne Frank ein Kulturprogramm entworfen, das wir Ihnen in diesem Programmheft vorstellen möchten. Alexandra Lünskens ... http://www.barockfabrik-aachen.de/bfcon02.html Sonstige: ©http://www.youtube.com/watch?v=DllM6iV-bhQ Das KLECKS THEATER HANNOVER präsentierte im April und Mai 2009: DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK (Mono-Oper von Grigori Frid) Francisca Prudencio, Sopran http://www.prudencio.de/index.html http://www.klecks-theater.de/video/video_anne_frank.htm Kontakt zum Klecks Theater Hannover: ©Klecks Theater Hannover e.V. Kestnerstraße 18 30159 Hannover
Anne Frank - Der Fall Anne Frank In diesem Jahr wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden. ©SPIEGEL TV zeigt eine umfangreiche Dokumentation über die Geschichte der Anne Frank. http://fr.truveo.com/Anne-Frank-Der-Fall-Anne-Frank/id/586690768 © KANAL B Thema: Hannah Pick-Goslar http://kanalb.org/topic.php?clipId=240&z=detail Virtuelle VitrineEinzigartiges historisches Material. Die einzige Filmaufnahme von Anne Frank. Am 22. Juli 1941 heiratet eine junge Nachbarin der Familie Frank. Aus dem Fenster ihrer Wohnung in Amsterdam schaut Anne zum Brautpaar hinunter. Film ohne Ton.http://www.anafrank.org/content.asp?PID=475&LID=3 © Anne Frank Stichting Buddy Elias, jüdischer Schauspieler und Präsident des Anne Frank-Fonds Buddy Elias gab den Hitler und trat in Serien wie "Traumschiff" und "Tatort" auf. Nun widmet sich der Basler dem Erbe seiner weltberühmten, von der Nazis ermordeten Cousine, Anne Frank: http://www.annefrank.ch/media/archive1/news_pdf/buddy_elias_ta_09.07.2007.pdf Veröffentlicht am: 10:28:24 16.08.2007 in Tagesanzeiger Anne in de buurt: http://www.anne-in-de-buurt.nl (©Tjerk van der Veen, Den Haag, 2005/06): Einweihung der neuen Anne-Frank-Statue in Amsterdam: http://home.wanadoo.nl/c.vd.veen/merwedeplein/AF.htm (©Fotobeiträge: Tjerk van der Veen, Den Haag, 2005/06) |